Orte der Bildung und Trägerstandort im Sozialraum

Allgemeine Sozialstrukturbeschreibung unter dem Aspekt Gewaltprävention und Integration im demokratischen Kontext

Sozialraum Lichterfelde Süd (Thermometer- und Woltmannsiedlung), Berlin, Steglitz-Zehlendorf

Lern- und Lebensräume von Familien und deren Kinder und Jugendliche als Orte von Bildung und Gewaltprävention

Es ist eine Tatsache, dass in Berlin der Bildungserfolg der nachwachsenden Generation im hohen Maße von Schicht und Herkunft bestimmt wird. Bildung und Qualifizierung sind aber die Voraussetzung für individuelle Lebenschancen und gesellschaftliche Teilhabe durch Gelderwerb. Gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung fördern Integration und Teilhabe und sind deshalb auch ein Beitrag zur Prävention von Gewalt und Kriminalität.

Die Ausbildungsfähigkeit wird weitgehend durch den Zugang zu guter Schulbildung erworben. Der Einstieg ins Erwerbsleben ermöglicht es wiederum erst ein Leben in eigener Verantwortung zu organisieren, was einen eigenständigen Gelderwerb voraussetzt. Abgebrochene Ausbildungen oder Praktika aber führen bei den Jugendlichen oft zur Resignation.

Der Sozialraum beinhaltet Lern- und Lebensräume von Kindern und Jugendlichen. Es sind Orte, wo es um Bildung und Gewaltprävention geht. Wir beschreiben zunächst einen Einblick in die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Veränderungen, welche die Bildung und Bildungschancen in Berlin bestimmen und sich vor allem zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen unterer Sozialgruppen und solchen mit einem Migrationshintergrund auswirken: Auf die mit gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen verbundenen Herausforderungen und Anforderungen sowie die mit der Verschlechterung von Lebenslagen einhergehende Desintegrations- und Exklusionserfahrungen – die Bildungsgerechtigkeit wie soziale Teilhabe in Frage stellen und somit auch ein Risiko für Gewaltkriminalität im Kindes- und Jugendalter sein können.

Dabei steht fest, dass Bildung mehr als Schule ist, nämlich ein kontinuierlicher Sozialisations- prozess im Lebensverlauf, und dass Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen folglich an vielen Orten ihres Aufwachsens stattfinden:

An Lern- und Lebensräumen, deren  Bildungsleistungen aber offensichtlich immer weniger selbstverständlich für alle Heranwachsenden sichergestellt werden können, weshalb diese Kinder dann auch nicht auf die für den Schulerfolg notwendigen bildungsrelevanten Ressourcen zurückgreifen können.

Diese Orte der Bildung, Erziehung und Betreuung können auch Orte von Gewalt und Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter sein – und die Strategien zur Verhinderung bzw. Minderung von Gewalt können auch unter dem Aspekt der Bildung beschrieben werden. Denn zum einen stellen alle auf die Person bezogenen Formen von Prävention Bildungsansprüche, denn diese sind auf die Entwicklung der Persönlichkeit, die Ausbildung von Identität bzw. auf den Erwerb von Handlungskompetenzen gerichtet. Zum anderen lassen sich die Gewalterfahrungen im Kinder- und Jugendalter auch als "Lernchancen" begreifen, bzw. als Chance für Intervention durch pädagogische Unterstützung.

 

Fünf Orte der Vermittlung von sozialen Kompetenzen und Bildung

Unter dem Aspekt „Bildungsorte und Gewaltprävention“ werden dann die fünf Bildungsorte, die für das Aufwachsen praktisch aller Kinder relevant sowie von gleichrangiger Bedeutung sind und sich in ihrer Wirkung ergänzen – weshalb sie auch aufeinander bezogen sein und miteinander kooperieren sollten – auf ihre Leistungen, Chancen und Risiken als Bildungsorte, ihre Bedeutung für das Auftreten von Gewalt und ihre Strategien für die Verhinderung bzw. Minderung von Gewaltkriminalität hin analysiert:

  1. Familie
  2. Kindertagesbetreuung
  3. die Straßen im Sozialraum
  4. Schule
  5. Angebote und Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe,

       wobei die Berufsvorbereitung/-Ausbildung sowie ihre hinführenden Maßnahmen der Agentur für Arbeit sich als Teil der Jugendhilfe verstehen.

Die Familie

Die Familie ist ohne Frage die primäre Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, ganz gleich, in welchem Sozialraum und Lebenszusammenhängen sie leben. Obwohl fast alle Kinder in Familien aufwachsen, sind doch auch prekäre Entwicklungen und eine Vielzahl von neuen Herausforderungen an Väter, Mütter und Kinder festzustellen.

Zu diesen Herausforderungen gehört auch die Aufgabe der Familie ihre Kinder im Bildungsprozess adäquat zu begleiten. In einer wohl zuvor noch nie so deutlich sichtbaren Form haben die Pisa- Studien nicht nur die zentrale Funktion der Familie für den Erfolg von Lern- und Bildungsprozessen der nachwachsenden Generation deutlich gemacht, sondern auch, in welchem Maße dieser Erfolg von ihrer sozialen Lage, ihren Lebensbedingungen abhängt. Benachteiligt sind vor allem Kinder unterer Sozialgruppen und mit Migrationshintergrund. Dabei ist der Einfluss der Familie so groß, dass Ungleichheiten anschließend durch Unterstützungssysteme und Bildungsinstitutionen nur schwer wieder ausgeglichen werden können. Weshalb sich auch die Frage stellt, ob und wie die öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern verstärkt werden kann mit dem Ziel, elterliche Beziehungs- und Erziehungskompetenzen zu unterstützen, ohne in das Erziehungsrecht der Eltern einzugreifen.

Familiäre Erziehung gelingt nicht immer störungsfrei und ohne Defizite, auch mit dem Risiko, dass die Kinder zu Opfern und Tätern von Gewaltkriminalität werden bzw. Opfer von Gewalt in der Familie durch Vernachlässigung bzw. psychische, physische und/oder sexuelle Misshandlung („Kindeswohlgefährdung“).

Diese Gewalt an Kindern kann erhebliche Folgeprobleme haben und die Entwicklung der Kinder nachhaltig beeinträchtigen. Programme und Maßnahmen der frühen Prävention sind deshalb grade im Kontext der Familie von erheblicher Bedeutung: Gesetzliche Regelungen wie das „Gewaltächtungsgesetz“, Angebote der Familienbildung, frühe Hilfen. Wichtig sind aber auch die grundsätzliche Förderung elterlicher Kompetenzen und elterlichen Verhaltens durch Unterstützungs- und Interventionsmaßnahmen (sowie soziales Kompetenztraining bei Bus-Stop e.V.) und die Regelangebote der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Kindertagesbetreuung

Die Kindertagesbetreuung, das Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung, ist ein Weg, Benachteiligungen durch frühen Zugang zu öffentlich organisierten und verantworteten Bildungsorten und bildungsfördernden Lebenswelten außerhalb der Familie auszugleichen. In den letzten Jahren ist ein grundlegender Wandel hinsichtlich der Einschätzung der Bedeutung frühkindlicher Bildung und Betreuung außerhalb der Familie festzustelle

Inzwischen ist die Kindertagesbetreuung eine Lebenswelt, die nahezu alle Kinder in Deutschland erfahren, wenn auch sehr unterschiedlich in Umfang und Qualität.

Es ist auch nicht zu verkennen, dass die Kindertageseinrichtungen inzwischen mit Erwartungen überhäuft werden, denen die Einrichtungen und die in ihnen tätigen Fachkräfte unter den derzeitig geltenden Rahmenbedingungen gar nicht entsprechen können.

Auf jeden Fall sind erhebliche Anstrengungen erforderlich, wenn die Kindertagesbetreuung auch nur ansatzweise in die Lage versetzt werden soll, den Anforderungen und Erwartungen zu genügen. Außerdem müssen die Eltern stärker und systematischer in die Erziehungs- und Bildungsprozesse der Kindertagesstätten mit eingebunden werden. Es ist zu denken, dass durch den Ausbau der Kindertageseinrichtungen zu Zentren für integrierte und niederschwellig zugängliche Dienstleistungs- und Unterstützungssysteme mehr Kinder erreicht werden. Die niederschwelligste Form ist dabei die Betreuung im „offenen Türbereich“. der ergänzenden Kinder- und Jugendhilfe

Als erste öffentlich organisierte und verantwortete Instanz außerhalb der Familie ist die Kindertagesbetreuung auch ein Ort für Gewaltprävention, weil schon in sehr frühem Stadium Förderung, Hilfe sowie Unterstützung angeboten werden. Denn nicht die Gewalt zwischen den Kindern oder gegenüber dem Betreuungspersonal ist der Anlass für Maßnahmen der Gewaltprävention. Bei der Gewaltprävention in der Kindertagesstätte sowie in der „Offenen-Tür-Betreuung“ geht es in erster Linie darum, soziale Kompetenzen zu fördern, Benachteiligung zu verhindern oder abzubauen, Integration und soziale Teilhabe von Kindern zu unterstützen. Außerdem geht es für die Fachkräfte darum, präventive Aufgaben innerhalb sozialer Frühwarnsysteme zu übernehmen, um etwaige Problemkonstellationen in der Versorgung und Erziehung eines Kindes möglichst frühzeitig zu erkennen.

Bildungsort Straßen im Sozialraum

Neben den anderen vier institutionalisierten Bildungsorten Familie, Kita, Hort und Schule spielt die "Straßensozialisierung" im Bereich der Gewalterfahrung bzw. Gewaltprävention eine große Rolle. An dieser Schnittstelle zwischen den etablierten gesellschaftlichen Bildungsinstitutionen mit ihren eigenen Organisationssystemen/Verwaltungen fehlen oft professionelle begleitende Angebote der aufsuchenden Jugendhilfe. Eine mobile aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit als präventive Maßnahme zum Schutz der Kinder und Jugendlichen, die durch Vernachlässigung von Seiten ihrer Familie den akkuraten Zugang zur gesellschaftlichen Regelbetreuung nicht bzw. schwer haben, findet sich nicht in jedem Kiez. Im Gemeinwesen braucht es einen Träger der Jugendhilfe, der diese Lücke füllt und entsprechende Angebote vorhält. Seit Sept.2013 gibt es den gesetzlichen Auftrag ,dass Schule und Jugendhilfe im Rahmen eines Bündnisses für Bildung sozialraumorientiert zusammenarbeiten sollen. Dieses regionale Bildungsforum ist um die im Sozialraum ansässigen Kitas und Horte zu ergänzen. Nur durch diese Kooperationen ist eine präventive aufsuchende mobile Sozialarbeit möglich, Bus-Stop hat seine Arbeit darauf ausgerichtet und vielfältige Angebote entwickelt. 

Bildungsort Schule

Auch wenn Bildung mehr ist als Schule und gelingende Lebensführung wie soziale Integration ebenso auf Bildungsprozessen in Familien sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der beruflichen Bildung aufbauen, ist Schule ohne Frage der zentrale öffentliche Bildungsort für Kinder und Jugendliche im Prozess des Aufwachsens. Der Bildung im Schulalter kommt eine Schlüsselrolle für die individuelle Entwicklung, für die gesellschaftliche Teilhabe und für die Vermittlung von Kompetenzen zu.

Nicht zuletzt wegen dieser Bedeutung ist Schule gleichzeitig auch ein heftig kritisierter Bildungsort. Das deutsche Schulsystem scheint nicht die Bildungsleistung zu erbringen, die es sollte und die von ihm erwartet werden. Weder wird der Anspruch auf Chancengleichheit verwirklicht, noch der auf umfassende schulische Allgemeinbildung.

Benachteiligt sind Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Schichten, und diese Risikoschichten haben in den letzten Jahren zugenommen. Migrationshintergrund ist ein Schichtbereich, der in allen Stufen des Schulsystems zu Benachteiligungen führt. Die geschlechtsspezifische Benachteiligung von Mädchen ist inzwischen aufgehoben. Insgesamt produziert das deutsche Schulsystem zu viele „Bildungsverlierer“. Allerdings dürfen nicht alle Probleme der Schule angelastet werden, sondern auch der Schule zeitlich vorgelagerten bzw. sie ergänzenden Bildungsorten, Familie, Kindertagesbetreuung, Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Der formale Bildungsort Schule kann nur funktionieren, wenn die o.g. Bildungsorte vor und neben ihm funktionieren.

Eine Antwort auf die nicht zu verkennenden Probleme der schulischen Bildung, die zentrale bildungspolitische Hoffnung schlechthin, wird in dem bundesweiten Auf- und Ausbau der Ganztagsschulen gesehen. Wie allerdings die Chance genutzt werden kann, die Stärken der Schule mit den anderen Bildungsinstanzen zu verbinden, insbesondere mit denen der Kinder- und Jugendhilfe, ist noch weitgehend ungeklärt.

Ebenso ungeklärt wie die Dauer und das Ausmaß der Umstellung des Schulsystems zu Ganztagsschulen sowie die Umsetzung der „Vision“ einer Entwicklung von lokalen Bündnissen für Bildung bzw. von kommunalen Bildungslandschaften.

Zu den Forderungen an den öffentlichen Bildungsort Schule gehören auch die, etwas gegen die Gewalt und die Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen zu tun. Zwar ist Schule eher selten der „Tatort“ für Jugendgewalt, und es ist hier auch nicht zu einer allgemeinen Zunahme der körperlichen Gewalt und/oder einer zunehmenden Brutalisierung gekommen. Aber Schule ist der Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche verlässlich aufhalten und deshalb auch für präventive Maßnahmen und Programme prinzipiell erreichbar sind.

Strategien der Gewaltprävention an der Schule zielen folglich zum einen darauf ab, die Gewalt zu verhindern bzw. zu verringern, zu der es zwischen den Schülerinnen und Schülern kommt, zum anderen darauf, die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen insgesamt positiv zu beeinflussen. Gewaltprävention und die Förderung sozialer Kompetenzen sind Daueraufgaben schulischer Bildung und Erziehung, hängen eng mit der Schulentwicklung zusammen.

Kinder- und Jugendhilfe

Angebote der Kinder-und Jugendhilfe sind nicht unerheblich an den Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen im Schulalter beteiligt. Das entspricht dem Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sowie zur Vermeidung bzw. zum Abbau von Benachteiligungen beizutragen und Bildungsprozesse zu initiieren und zu befördern. Innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe spielen vor allem die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit eine zentrale Rolle im Alltag von Kindern und Jugendlichen als außerschulische, überwiegend freie Lernorte, die Bildungsprozesse auf der Grundlage von aktiver Beteiligung und Mitwirkung ermöglichen. Freiwilligkeit und Partizipation sind fest verankerte Grundprinzipien der Kinder- und Jugendhilfe und könne durchaus die Kooperation mit anderen Partnern erschweren, etwa mit der Schule.

Wichtig sind innerhalb der Jugendarbeit die Bildungseffekte des freiwilligen Engagements durch aktive Mitarbeit in Vereinen, Verbänden und Initiativen. Allerdings sind auch bei der Inanspruchnahme dieses außerschulischen Lernorts herkunftsbedingte Unterschiede zu erkennen. Mit ihrer formalen Bildung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche durch aktive Mitwirkung die Bildungsgelegenheiten des freiwilligen Engagements nutzen.

Prävention ist eines der Strukturprinzipien der Kinder- und Jugendhilfen. Jugendhilfe reagiert nicht erst auf Beeinträchtigungen und Schädigungen, sondern bemüht sich frühzeitig um die Abwendung von Gefährdungen und Gefahren. Dabei ist Gewaltprävention eine Aufgabe neben anderen.

Der spezifische Ansatz der Kinder- und Jugendhilfe liegt auch hier in den Prinzipien der Freiwilligkeit und Partizipation, außerdem darin, an den Ressourcen und nicht an den Defiziten junger Menschen anzuknüpfen und den Blick nicht nur auf das Gewaltverhalten zu richten, sondern auf den jungen Menschen als Ganzes, der als Person akzeptiert wird, was nicht bedeutet, dass auch sein Gewaltverhalten akzeptiert wird.

Nicht selten gerät die Jugendhilfe in den Konflikt zwischen den unterschiedlichen Interessen von Jugendlichen und Erwachsenen. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, Jugendliche in solchen Konflikten zu unterstützen und Konflikte zu deeskalieren, insbesondere mit dem Ziel, das Verhalten der Jugendlichen als altersgemäß anzusehen und nicht vorschnell als „Gewalt“ zu etikettieren.

Auch bei den Jugendlichen, die bereits mit Gewaltverhalten auffällig/straffällig geworden sind, geht der Jugendliche davon aus, dass pädagogische Ansätze dazu beitragen

Lebenslagen und Lebenschancen

Bildung und Qualifizierung sind die Voraussetzungen für individuelle Lebenschancen und gesellschaftliche Teilhabe.

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Gesellschaft auf, die nicht nur durch die Pluralisierung von Lebensstilen, Werthaltungen und Zielen sowie durch zunehmende Desintegrtionserscheinungen gekennzeichnet ist, sondern auch durch eine wachsende sozio-ökonomische Spaltung sowie eine zunehmende soziale und ethnisch-kulturelle Vielfältigkeit (Parallelgesellschaften). Analysen etwa zu den Armutsrisiken, zur Bildungssituation, zur Integration von Migranten und ihren Kindern machen deutlich, dass sich die Lebenslagen für große Teile der Bevölkerung in den letzten Jahren und Jahrzehnten erheblich verschlechtert haben. Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander, die sozialen Unterschiede werden größer, Integrationsprobleme nehmen zu, die soziale Teilhabe ganzer Bevölkerungsgruppen ist in Frage gestellt.

Aufwachsen in unserer Gesellschaft

Die Schnelllebigkeit, mit der sich unsere Gesellschaft verändert, hat zunehmend Folgen für die Bürger. Diese Entwicklung hat für den Einzelnen Chancen und Risiken gebracht. Sein Lebensweg, seine privaten, beruflichen und sonstigen Möglichkeiten stehen weitaus weniger als in früheren Zeiten schon mit der Geburt(fast) unveränderbar fest. In der funktional differenzierten Gesellschaft gibt es nicht mehr jene eindeutigen Fahrpläne, nach denen Lebensverläufe festgelegt sind.

Diese Individualisierung gibt dem Einzelnen die Chance zu persönlicher Unabhängigkeit und Autonomie, bringt die Möglichkeit, sein Leben selbst gestalten zu können. Sie birgt aber auch Risiken.

Die Freisetzung aus traditionellen Bindungen kann zu Entwurzelung, Vereinzelung und Orientierungslosigkeit führen, auch zu zunehmender Distanz in sozialen Beziehungen, und sie bedeuten auf jeden Fall steigende Wahl- und Entscheidungszwänge. Der Einzelne kann nicht nur sein Leben weitgehend selbst bestimmen, er muss es auch, und nicht jeder ist dazu fähig und in der Lage. Das vor allem dann nicht, wenn seine realen Lebensbedingungen, seine soziale Teilhabe und seine Integration in die Gesellschaft unsicher ist. Dadurch sind seine individuellen Chancen beschränkt. 

Kinder und Jugendliche wachsen also in einer Gesellschaft auf, die durch die Pluralisierung ihrer Lebensstile, Werthaltungen und Ziele gekennzeichnet ist und in der sich die soziostrukturell gegebenen objektiven Lebenschancen höchst unterschiedlich darstellen. Die damit verbundenen Anforderungen zur erfolgreichen Lebensbewältigung sowie Lern- und Bildungserwartungen an die Einzelnen stellen für Kinder und Jugendliche, ihre Familien und ihre pädagogischen Umwelten neue Herausforderungen dar. Dabei ist festzustellen, dass viele Kinder und Jugendliche in der Lage sind, die Herausforderungen ohne größere Auffälligkeiten zu bewältigen. Es gibt Kinder und Jugendliche, die die Chancen nicht nutzen können, die an den Risiken scheitern und überfordert sind.

Lebenschancen/Lebenslagen

Obwohl unsere Gesellschaft insgesamt wohlhabend ist, verschlechtern sich für bestimmte Bevölkerungsgruppen ihre Lebenslagen, denn Einkommen, Bildung und Gesundheit sind zunehmend ungleich verteilt, es nehmen Desintegrationserfahrungen zu, und die Chancen auf soziale Teilhabe und Integration nehmen ab.

Daraus resultiert, dass die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer geworden ist und die Ungleichverteilung der Einkommen zugenommen hat. Dabei steigt das Risiko für Kinder, in relativer Armut aufzuwachsen.

Die familienpolitischen Transferleistungen senken dieses Risiko. Die Abhängigkeit von Transferleistungen verändert die präkere, soziale Lage selten. Zu den besonders armutsgefährdeten Gruppen zählen Arbeitslose, Personen ohne abgeschlossenen Berufsausbildung, Alleinerziehende und Personen mit Migrationshintergrund jeweils einschließlich ihrer Kinder. Einkommen und Vermögen entscheiden jedoch wesentlich über die Handlungsoptionen des Einzelnen in der Gesellschaft. Dies wird durch die Bildungs- und Gesundheitsstatistiken bestätigt. Bildungserfolg, Gesundheitschancen und Krankheitsrisiken von Kindern und Jugendlichen werden nach wie vor in hohem Maße von Schicht und Herkunft bestimmt. Benachteiligt sind insbesondere Jugendliche unterer Sozialgruppen und solche mit Migrationshintergrund.

 

In Deutschland hat fast ein Fünftel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund, allerdings nicht unbedingt eigene Migrationserfahrungen.

Wenn gelungene Integration als die Annäherung der Lebensbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund an die der Einheimischen im Sinne gleicher Chancen und gleicher Teilhabe verstanden wird, dann schneiden die einzelnen Herkunftsgruppen im Vergleich sehr unterschiedlich erfolgreich ab.

Ohnehin wirkt sich die Verschlechteung der Lebenslagen vor allem zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen aus. Einkommens-, Bildungs- und Integrationsarmut führen zu Entwicklungsstörungen.

Schicht und Herkunft bestimmen den Bildungserfolg und damit Integration und soziale Teilhabe. Desintegration- und Ausschlusserfahrungen aber können Gewaltkriminalität begünstigen. Es lässt sich leicht ableiten, dass oft arme Kinder auf ihrem Zukunftsweg stark gefährdet sind.

Unter anderem sieht die Bundesregierung Handlungsbedarf, die Bedingungen für eine Chancengleichheit durch Bildung und Entwicklung eines angemessenen Lebensstandarts für alle Kinder zu schaffen. Trotz politischer Absichtserklärung diverser Maßnahmen und politischer Initiativen hat sich die Kinderarmut bislang keineswegs nachhaltig reduziert.

Als Maßnahme zum Abbau der Kinderarmut werden vorgeschlagen:

Integration von Müttern und Vätern in den Arbeitsmarkt, Sozialtransfers in Richtung einer Kindergrundsicherung, Neubemessung der Hartz-IV-Regelsätze, nachhaltige Förderung von benachteiligten Kindern und Familien durch Infrastrukturangebote und Bildungsförderung, Verknüpfung der Vielzahl unterschiedlicher lokaler und regionaler Anbieter sozialer Dienste und Bildungsmaßnahmen zu präventiven Netzwerken.

Ein Beispiel in der Präventionskette/ Netzwerken  ist das Kiezmentoring/Sozialassistentenprogramm bei Bus-Stop e.V., in dem soziale Kompetenzen für Ausbildungen bzw. Förderung in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. (ISK)

-Mentoring-Konzeption ,Themenschwerpunkt  Bildung und  Ausbildung in Lichterfelde – Süd

Integratives soziales Kompetenztraining, ein notwendiges Mittel als hinführende und begleitende  Maßnahme zur Veränderung von persönlichen und gesellschaftlichen Einstellungen in entstandenen  parallelgesellschaftlichen Lebens- / Sozialräumen.

Die Schilderung des IST- Zustandes

  • In dem Sozialraum wohnen überdimensional viele Jugendliche, Kinder und auch Erwachsene, die wenig bis gar keine Lebenserfahrungen außerhalb ihres Wohnquartiers machen.
  • Die Erfahrungen im Wohnquartier sind häufig geprägt von Arbeitslosigkeit, geringem Einkommen, Gewalt in der Familie, Migrationshintergrund, verbunden mit einem geringen Grad an Integration und einer insgesamt perspektivlosen Zukunft.
  • Das Leben vieler Kinder und Jugendlicher spielt sich hauptsächlich innerhalb dieses Wohnquartiers ab und hat auch wenige Chancen auf positive Veränderung.
  • Viele der dort lebenden Familien haben einen Migrationshintergrund.
  • Dort besteht oft das Problem, dass die älteren Familienmitglieder (1.Generation) stark geprägt sind von ihrer Ursprungsheimat, deren Werten, Gewohnheiten und Gebräuchen, und dass sie sich dieser auch selbstverständlich verbunden fühlen.
  • Die nachfolgende Generation (2. Generation) übernimmt diesen Anspruch der Eltern und Großelterngeneration und fühlt sich diesem verpflichtet.
  • Von ihrer Realität her sind sie aber in einer gänzlich anderen Gesellschaft aufgewachsen und von dieser auch geprägt, ohne jedoch wirklich Teil dieser Gesellschaft „geworden sein zu können“!
  • Sie können in der Regel weder den Erwartungen der Eltern/Großeltern, der Anpassung an ihre ursprünglichen Werte und Kultur genügen, aber auch nicht denen der hiesigen Umwelt, die ganz andere Anforderungen an sie stellt und andere Umgangsformen und Gewohnheiten erwartet. 
  • Dies ist besonders schwierig, da für diese jungen Menschen (2. und 3.Generation) kaum Vorbilder und stabile Unterstützung außerhalb ihrer Familien zur Verfügung stehen.
  • Die einzig stabile und langfristige Gruppe außerhalb der Familie ist die Peer-Group, die in diesem Wohnquartier geprägt ist von einer Jugendkultur, die weder der entspricht, die im Ursprungsland der Eltern Anerkennung finden würde, aber auch keine Anerkennung hierzulande findet. ( Mentoring (Kiezmentoring) als Orientierung)
  • Da in vielen der dort lebenden Familien (mit und ohne Migrationshintergrund) wenig echtes Potenzial zur Verfügung steht (wie vermarktbares Wissen, viel Geld, Beziehungen zu Leistungsträgern, vermarktbare Talente, gute Schulerfolge, lukrative Nebenjobs, hippe Kleidung…) werden die vorhandenen Potenziale genutzt und so gut wie möglich „verkauft“ (verfügbares Wissen, materielle Güter, Beziehungen zu starken Personen innerhalb der Gruppe, verfügbare Talente, Mut zur Verweigerung von Schule, körperliche Stärke…)
  • Dies alles führt dazu, dass die Jugendlichen in diesem Gebiet in der Gefahr sind, keine Situation aufbauen zu können, die ihnen ein selbstbestimmtes, selbstfinanziertes und damit auch selbstbewusstes Leben ermöglicht.
  • In der Kindheit und Pubertät werden Schule und Ausbildung nicht als erstrebenswert angesehen, keine Anstrengung unternommen, und es wird auch keine Motivation vom Elternhaus vermittelt, Abschlüsse und Ausbildungen zu erreichen.
  • Wenn die Grenze zum Erwachsensein vollzogen wird, z.B. durch eine Beziehung oder den Auszug von zu Hause, ist der Wunsch nach einem geordneten Leben oft da, die Möglichkeit jedoch, dann noch Ausbildung und Abschlüsse nachzuholen, meist nicht mehr möglich.
  • Selbst wenn durch Beziehungen im Rahmen von Hilfeeinrichtungen oder anderen Unterstützern eine Arbeitsstelle gefunden werden kann, ist es den Jugendlichen häufig nicht möglich diese zu behalten, weil die Gewohnheit, Regeln, Grenzen und Gesetze einzuhalten, nicht eingeübt bzw. nicht gelernt wurde

Ziel

  • Ziel ist es, bildungsferne Jugendliche (15-25 Jahre) in ein Ausbildungsverhältnis zu vermitteln und so langfristig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
  • Dies ist aufgrund des dargestellten IST-Zustandes sehr schwierig, deshalb ist die notwendige Bildung zu vermitteln.
  • Bildung wird hier als ein ständiger, lebenslanger Prozess des Kompetenzerwerbes und der Aktivierung und Optimierung persönlicher Ressourcen verstanden, der weit über das hinaus geht, was gemeinhin mit dem Begriff „Lernen“ in Verbindung gebracht wird.
  • Wir gehen von drei Feldern / Bereichen aus, in den unsere Angebote einen notwendigen Beitrag zur Bildung der Menschen im Sozialraum leisten können:
    - kulturelle Bildung
    - Leben im Gemeinwesen
    - Geld verdienen
    Alle drei Bereiche beziehen sich aufeinander; Einflüsse (positive und negative) auf den einen Bereich führen immer auch zu Wirkungen auf die jeweils anderen beiden Bereiche.
  • Kulturelle Bildung meint alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die für das Zusammenleben verschiedener Kulturen und von Menschen mit sehr verschiedenen Lebensentwürfen relevant sind. Hierzu zählen kulturelle Veranstaltungen ebenso wie Sprachkurse oder die Möglichkeit, sich und seine Kultur / seinen Lebensentwurf im Stadtteil bekannt zu machen und zu kommunizieren.
  • Die Verschiedenheit der Menschen und Akteure im Sozialraum muss sich in einem Bildungskonzept wiederfinden.
  • Kooperationspartner und Geldgeber für Projekte im Bereich kultureller Bildung sind u.a. die VHS, das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf (Dezentrale Kulturarbeit, Projektfonds kulturelle Bildungsarbeit) und diverse Stiftungen sowie der Fonds Soziokultur. Realisierbar sind hier zeitlich und inhaltlich definierte / begrenzte Projekte; eine Basisfinanzierung des Standortes kann hieraus eher nicht dargestellt werden.
  • Leben im Gemeinwesen umfasst solche Bildungs- und Lernfelder, die die Kompetenzen ausbilden und befördern, die für friedliches, solidarisches und eigenverantwortliches Leben von Bedeutung sind. Hierzu zählen u.a. soziale Gruppen und soziale Trainingsmaßnahmen (wie z.B. das Mentorenprojekt), Mediations- und Patenprojekte. Träger und Einrichtungen im Sozialraum sind hier die relevanten Kooperationspartner. Mit ihnen soll zusammengearbeitet werden, ihnen sollen Räume für zusätzliche (in eigenen  Räumen nicht durchführbare) Aktivitäten und Angebote zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus soll das Bildungskonzept auch Lernorte wie Kitas und Schulhorte aus dem Kiez einbeziehen – nach dem Vorbild vergleichbarer Projekte aus anderen Bezirken sollen hier Angebote für „kleine Forscher“ das Bildungsangebot der Kinderbetreuungseinrichtungen ergänzen.

    Finanziert werden müssen solche Angebote aus Mitteln des KJHG und aus ESF-Projektfinanzierungen sowie punktuell aus Mitteln verschiedener Stiftungen.
  • Geld verdienen ist der dritte Bereich, der in der Angebotspalette des Bildungskonzeptes von großer Bedeutung sein wird. Erwachsene aller Altersstufen, insbesondere aber Jugendliche und junge Erwachsene, sollen durch verschiedene Angebote der Berufsorientierung und des Arbeitstrainings an Erwerbsarbeit (in abhängiger Beschäftigung oder als „Klein-Selbständige“) herangeführt werden. Die Palette der Instrumente reicht von  MAE / MAE+ Lernen, dem Erwerb von Schulabschlüssen, Berufsorientierungskursen, der Vermittlung von Anlerntätigkeiten und  Praktika bis hin zu Existenzgründungskursen. Finanziert werden solche Angebote (i.d.R. zeitlich befristet) über die Jobcenter bzw. die Agentur für Arbeit als Maßnahmenfinanzierung oder Einzelfinanzierung (über Bildungsgutschein); teilweise werden die Maßnahmen / Projekte von den Jobcentern über das Regionale Einkaufszentrum (REZ) Berlin-Brandenburg eingekauft. Als Sponsoren und Kooperationspartner kommen u.a. Kammern und Innungen in Frage.

 

Wie können wir die Ziele erreichen?

Zielgruppe

Als Zielgruppe wird sich auf junge Erwachsene im Alter von 15 – 25 Jahren konzentriert - mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Zum Teil sind bereits Fähigkeiten vorhanden, auf die aufgebaut werden kann und die weiterentwickelt werden können, zum Teil müssen aber auch erst die Grundlagen für einen geregelten Tagesablauf gelegt werden.

Wir setzen daher auf ein Zwei-Stufen-System, um den unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Jugendlichen mitbringen, gerecht zu werden.

Die Angebote müssen niedrigschwellig sein, da der Großteil der Klientel zum einen über sehr niedrige Bildungsabschlüsse verfügt und zum zweiten keine Erfahrungen mit Normen und Werten der Gesellschaft hat.

Dies bedeutet, dass Angebote geschaffen werden müssen, die auf den Kiez und die dortige Sozialstruktur zugeschnitten sind. Im Idealfall sollten dabei betroffene Eltern in die Arbeit mit einbezogen werden. Generell sollten stabile und zuverlässige Ansprechpartner vorhanden sein.

Dies heißt vor allem, zunächst in Bereichen auf sie (Zielgruppe und Eltern) zuzugehen, in denen sie sich auskennen und in denen sie sich sicher fühlen. Dafür sind stabile und zuverlässige Ansprechpartner unabdingbar.

2-Stufen

Da der großer Teil der Zielgruppe weder über die schulischen noch die gesellschaftlichen Fähigkeiten verfügt, eine Ausbildung wahrzunehmen, ist es vorrangiges Ziel, diese „Ausbildungsfähigkeit“ herzustellen. Dieses soll in einem zweistufigen System erfolgen:

Erste Stufe

In der ersten  Stufe werden die Jugendlichen an gesellschaftliche Normen und Werte herangeführt. Sie lernen Regeln und Grenzen kennen und setzen sich selbst mit den Konsequenzen von Verstößen auseinander( Soziales Kompetenztraining ) z.B. ISK bei Bus-Stop e.V.

Dies wird bei den Jugendlichen durch ein Soziales Kompetenztraining - im Idealfall unter Mitarbeit der Eltern – ergänzt, mit der Regeln und Grenzen durch die Jugendlichen auf der einen und die Betreuenden auf der anderen Seite selbst gesetzt werden. Ziel ist ein beiderseitig respektiertes Regelwerk, durch das sich die Jugendlichen selbst mit den Konsequenzen von Verstößen auseinandersetzen müssen. Dieses Regelwerk muss sowohl Motivation als auch die Möglichkeit zur Sanktion durch die jeweils Verantwortlichen umfassen.

Die Heranführung an gesellschaftliche Normen und Werte soll ebenfalls ein Grundwissen über den deutschen Staat, seinen Aufbau, seine Institutionen sowie Rechten und Pflichten vermitteln. Der Staat soll als Partner und nicht als Gegner wahrgenommen werden, das Vertrauen in den Rechtsstaat und die Demokratie soll gefördert werden.

Dazu ist es unabdingbar, Schulwissen in bestimmten Bereichen nachzuholen, was durch engagierte Bürger (z.B. Mentoring) geschehen kann.

Die Jugendlichen sollen zum Aufbau von tragfähigen Beziehungen befähigt werden (sozial-emotives Verhalten). Dabei sollen sowohl der Umgang mit dem anderen Geschlecht, mit anderen Ethnien wie auch die Konfliktfähigkeit gefördert werden. Herbei sollen besonders Angebote für Mädchen bzw. junge Frauen geschaffen werden, die sie von traditionellen Rollenbildern emanzipieren.

Generell sollen die individuellen Ressourcen und Talente gefördert werden, um die soziale Isolation zu durchbrechen und die soziale Vitalisierung zu fördern. Dies wird durch den Aufbau von „Tutoren“ unterstützt, die – aus dem gleichen Umfeld wie die Zielgruppe kommend – in der Arbeit mit den Jugendlichen als Vorbilder dienen.

Wenn die Jugendlichen bereits selbst Eltern sind, so kann dieses durch Begleitkonzepte bzw. durch die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vor Ort in das Projekt integriert werden.

Zweite Stufe

Die Jugendlichen sollen im Ergebnis der Aktivitäten der ersten Stufe in ein berufsbildendes Praktikum und letztlich in einen betrieblichen oder überbetrieblichen Ausbildungsplatz vermittelt werden. Dies setzt die Unterstützung und Einbindung von engagierten Unternehmen bzw. Unternehmern voraus, die auch ein Verständnis für die besondere Lage der Jugendlichen haben.

Wenn der Bedarf besteht, kann auch der weitere berufliche Weg beratend begleitet werden. Uns ist wichtig, dass dabei Eigeninitiative gefördert wird, um die positive Entwicklung zu unterstützen.

Jürgen Bischof

  März 2014

 

Kontakt

Martina Naschitzki, Jürgen Bischof

BUS-STOP, interkulturelles Kinder-, Jugend- und Familienzentrum e.V.

030-7125075

 

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